Der Ort Altengronau
Altengronau liegt am nordöstlichen Rand des Spessarts. Sehenswert im Ort sind die alte Sinnbrücke, die Huttenburg und die evangelische Kirche mit der danebenliegenden Bäckerei. Letztere ist für ihr hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt; ein Besuch lohnt sich.
Im Vordergrund des letzten Bildes ist die stillgelegte Bahnstrecke Jossa – Wildflecken.






Jüdischer Friedhof Altengronau
Oberhalb von Altengronau liegt der jüdische Friedhof. Auf fast 9000 m² stehen ca 1500 Grabsteine, ausgerichtet nach Osten in Richtung Jerusalem. Es handelt sich um einen Verbandsfriedhof, auf dem Juden aus der weiteren Umgebung bestattet wurden. Der ältere Teil wurde im 17. Jahrhundert angelegt und ist heute von Wald überwachsen. Der anschließende neuere Teil wurde bis 1937 belegt. Der Weg zum Friedhof ist selbst ein Stück Geschichte: Er führt über das sogenannte ‚Judenpflaster‘, einen historischen Pfad, über den die Leichenzüge beschwerlich den Berg hinauf zogen.
Neben dem Eingang steht das Totenhaus, das zum Waschen der Toten diente (erstes Bild).
















Palmzweig und Steine Das Relief zeigt stilisierte Palmzweige – ein Symbol für den „Gerechten“, der über den Tod hinaus wirkt (nach Psalm 92: „Der Gerechte wird grünen wie eine Palme“). Die kleinen Steine obenauf sind ein wichtiger Brauch: Anders als Blumen verwelken sie nicht und symbolisieren so die dauerhafte Erinnerung an den Verstorbenen.
Die Levitenkanne Die Kanne auf dem Grabstein weist auf einen Leviten hin. Ihre Aufgabe im Tempeldienst war es unter anderem, den Priestern vor dem Segen rituell die Hände zu waschen.


Der Davidstern (Magen David) Die zwei ineinander verschränkten Dreiecke symbolisieren die Verbindung von Gott und Mensch. Als zentrales Symbol des Judentums kennzeichnet der Stern das Grab als jüdische Ruhestätte.
Das Marmorwerk Altengronau
Im Marmorwerk wurden von ca 200 Beschäftigten Steine aus aller Welt geschnitten und bearbeitet. 1985 musste das Unternehmen Konkurs anmelden. Die Produktion wurde in Länder verlagert, in denen die Lohnkosten niedriger und die Arbeitsbedingungen schlechter sind. Heute könnte das Gelände ein Denkmal für die Zeit vor der Globalisierung sein.
Es ist nicht meine Art, in leerstehende Gebäude einzubrechen. Hier aber war das Areal kaum geschützt; die Zugänge standen halboffen. Deshalb habe ich es für vertretbar gehalten, mal reinzuschauen.
Das Werk wurde an die Stelle eines ehemaligen Wasserschlosses gebaut. Von dem ist heute nichts mehr vorhanden. Lediglich ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude steht noch, das heute ebenfalls in einem baufälligen Zustand ist (letztes und vorletztes Bild).












Wer solche lost places charmant findet, sollte auch die nicht weit entfernte ehemalige Gärtnerei von Schloss Ramholz besuchen.
Schach(brett)blumen zwischen Obersinn und Altengronau
Das schöne Liliengewächs ist in Deutschland sehr selten. Nur hier im Sinntal und bei Hamburg gibt es noch größere Bestände. Wenn sie Ende April blühen, wird das Schachblumenfest gefeiert. Und da sich das Vorkommen über zwei Bundesländer erstreckt, gibt es auch 2 Naturschutzgebiete und 2 Feierorte: Altengronau (Hessen) und Obersinn (Bayern).
Heimisch ist die Schachblume in Deutschland eigentlich nicht. Sie wurde vermutlich erst im 15. Jahrhundert als Gartenblume aus Asien eingeführt und verwilderte anschließend.









